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Praxis
Prof. Dr. med.
Renzo Brun del Re

Aarbergergasse 30
3011 Bern

Tel: 031/311 59 29
Fax:031/312 39 31

renzo.brundelre@hin.ch
 

Brusterkrankungen

Aufbau der weiblichen Brust

Knoten und Verhärtungen 


Aufbau der weiblichen Brust

Bei der Beurteilung von Brustkrankheiten ist es wichtig, den anatomischen Aufbau der Brust zu kennen.



Die Brust ist bedeckt von der Haut mit ihren Anhangsgebilden
wie Talg- und Schweissdrüsen und Haarbälgen.



Das Fettgewebe ist ganz von Frau zu Frau unterschiedlich
stark ausgebildet. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil
von Fettgewebe in der Brust zu.



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Knoten und Verhärtungen

Gutartige Veränderungen
  • Talgzysten

Alle diese Gewebe können Knoten oder Verhärtungen bilden, die die Frau ertasten kann:



Der häufigste Knoten, der von der Haut ausgeht, ist die Talgzyste (siehe.oben).
Sie liegt sehr oberflächlich und kann gut getastet werden.
Manchmal kann es zu einer akuten Entzündung kommen (siehe unten),
vor allem dann, wenn versucht wird, diese Talgzyste auszudrücken.



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  • Lipome

(Abb. unten) Wie überall am Körper kann das Fettgewebe gutartige Knoten,
sogenannte Lipome, bilden.



(Abb. unten) Grössere Lipome sind von aussen zu erkennen.



Gelegentlich können Lipome sehr gross werden,
wie auf den beiden folgenden Operationsbildern zu erkennen ist





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  • Fibroadenome


Aus dem Binde- und Drüsengewebe können gutartige Knoten,
sogenannte Fibroadenome entstehen. Sie treten oft schon bei
sehr jungen Frauen auf, manchmal einzeln und manchmal in Mehrzahl.
Ihre Grösse kann lange Zeit gleich bleiben oder aber deutlich zunehmen.



Oberflächlich liegende, grössere Fibroadenome können
manchmal von aussen erkannt werden.



(Abb. oben) Bei dieser jungen Frau waren in der rechten Brust 6 grosse
Fibroadenome (Lage eingezeichnet), die wegen der störenden
Asymmetrie der Brüste entfernt werden mussten.



Fibroadenome können in der Regel mit der Ultraschalluntersuchung
gut dargestellt und genau vermessen werden.



Fibroadenome, die entfernt werden müssen, können meistens
durch einen kosmetisch günstig gelegenen Hautschnitt entfernt werden.

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  • Zysten


(Abb. oben) Zysten sind Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume.
Alle Körperdrüsen können Zysten bilden (z.B. Schilddrüse, Leber etc),
so auch die Milchdrüse. Sie können relativ schnell auftreten,
einzeln aber öfters in Mehrzahl. Liegen sie oberflächlich sind sie gut zu tasten.
In der Tiefe des Organs sind auch grössere Zysten,
wenn sie nicht prall gefüllt sind, schwieriger tastbar.



(Abb. oben) Zysten können, wenn sie sehr gross sind und stören,
durch eine Punktion entleert werden.



(Abb. oben) Die entleerte Zyste kann sich manchmal wieder mit Flüssigkeit füllen.



Oft werden aber kleinere Zysten in der Umgebung der
entleerten Zyste in der Folge grösser.

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  • Mastopathie
Eine häufige Drüsenveränderung, die zu knotenartigen Veränderungen führen kann,
ist die Mastopathie.



Es handelt sich um hormonal bedingte Umbaureaktionen der Brustdrüse. Dabei bilden sich Zysten und erweiterte Milchgänge und es kommt zu Wucherungen der Milchgangauskleidung (Epithel) und zu einer Zunahme des Mantel- und Stützgewebes. Die Wucherungen der Milchgang-auskleidung also des Epithels können aus normalen Zellen bestehen oder aber aus Zellen, die atypisch sind. Liegen schwere Atypien vor, dann ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass in dieser Brust mit der Zeit eine bösartige Veränderung entsteht. Manchmal betreffen die mastopathischen Veränderungen einzelne Drüsenbereiche...



... manchmal mehrere Drüsenbereiche



... und manchmal fast den ganzen Drüsenkörper.



Die mastopathischen Verhärtungen ändern ihre Grösse
häufig während des Zyklus.




Vor der Periode nimmt die Grösse oft deutlich zu.



Nach der Periode nimmt die Grösse oft wieder ab.



Mastopathische Veränderungen lassen sich bei der
Ultraschalluntersuchung darstellen (im oberen Bild
sind die Veränderungen hervorgehoben).

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  • Chronische Entzündungen
Um erweiterte, gestaute Milchgänge (Duktektasien) kann es zu
chronischen Entzündungen mit Vernarbungen kommen.



(Abb. unten) Auf dem Ultraschallbild ist ein erweiterter,
gestauter Milchgang gelb hervorgehoben.



Diese Entzündungsherde können an verschiedenen Orten auftreten.



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  • Bluterguss Hämatom


Nach einem Schlag oder Stoss kann es zu einer Blutung ins
Brustgewebe kommen. Der Bluterguss kann einen Knoten vortäuschen.



Der Bluterguss (Hämatom) ist im Ultraschallbild gut darstellbar
(im unteren Bild rot eingezeichnet).





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Bösartige Veränderungen
  • Nicht invasive Karzinome, sogenannte in situ Karzinome

Testen Sie hier Ihr persönliches Brustkrebsrisiko

In situ Karzinome sind auf das Gangsystem oder die Drüsenläppchen beschränkt. Solange sie diese Grenzen nicht überschreiten, streuen sie in der Regel nicht, bilden also keine Ableger (Metastasen).

  • Lobuläres in situ Karzinom


Beim lobulären in situ Karzinom sind in der Regel mehrere Läppchen und Läppchengruppen betroffen. Beim Vorliegen eines lobulären in situ Karzinoms ist das Risiko für das spätere Auftreten eines invasiven Karzinoms in der betroffenen Brust aber auch in der gegenseitigen Brust deutlich erhöht. Es handelt sich somit nicht um eine Vorstufe eines invasiven Karzinoms, sondern vielmehr um einen Risikofaktor.


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  • Duktales in situ Karzinom


Beim duktalen in situ Karzinom sind zumeist grössere und
grosse Milchgänge betroffen. Es handelt sich um eine Vorstufe
zu einem invasiven Karzinom.


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  • Invasives Karzinom


Bösartige Knoten (Karzinome) entwickeln sich aus Teilen des Drüsengewebes. Aus den Milchgängen entstehen die sogenannten duktalen Karzinome und aus den Drüsenläppchen die sogenannten lobulären Karzinome. Meistens sind sie derb, haben eine körnige Oberfläche und sind oft nicht scharf abgrenzbar. Karzinome können, entgegen der weitverbreiteten Meinung, auch schmerzhaft sein. Der Krebs wuchert in das umgebende gesunde Gewebe (Infiltration) und kann durch Streuung in anderen Körperteilen (Lymphknoten, Leber, Knochen usw.) Ableger, sogenannte Metastasen, bilden. Der Krebs kann an einer Stelle auftreten...


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  • Multifokales Karzinom


...oder an verschiedenen Stellen eines Brustbereichs.
Es handelt sich dann um ein multifokales Karzinom.

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  • Multizentrisches Karzinom


Sind die Karzinomherde über verschiedene Brustbereiche verteilt,
so spricht man von einem multizentrischen Karzinom.

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  • Inflammatorisches Karzinom


Unter dem Begriff "inflammatorisches Karzinom" versteht man eine ungewöhnliche Ausbreitung eines verwilderten Karzinoms im Lymphsystem des Bindegewebes. Die Brust sieht aus wie stark entzündet. Die Haut ist verdickt und zeigt den Aspekt einer Orangenschale (Peau d'orange). Häufig hat das Karzinom in diesem Stadium schon Ableger (Metastasen) in anderen Organen gebildet.

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