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Fragen und Antworten über HPV

Einige Fragen und Antworten über HPV und Warzen im Genitalbereich

Die Verunsicherung der Patientinnen ist gross, wenn anlässlich einer Jahreskontrolle beim Abstrich Zellveränderungen gefunden werden, die auf einen HPV-Infekt hindeuten. Trotz der Besprechung in der Sprechstunde, besteht oft das Bedürfnis, sich noch detaillierter mit der ganzen Problematik zu befassen.

Eine ausgezeichnete Patientinnenbroschüre hat die Firma 3M (Schweiz) AG* herausgegeben. Ich habe sie für diese Website adaptiert.

3M (Schweiz) AG, Eggstrasse 93, 8803 Rüschlikon, Telefon: 01/724 92 48, email: pmeier@mmm.com

Sie finden hier Informationen zu:


Was ist HPV?

Mit dem Begriff HPV (Humanes Papillomavirus) wird eine Gruppe von über 100 miteinander verwandten Virustypen bezeichnet. Diese Viren sind für alle vorkommenden Warzen verantwortlich. Alle Warzen sind also virale Erkrankungen. Einige Virustypen verursachen Warzen im Genitalbereich, andere an Händen und Füssen. Es gibt sichtbare Warzen im Genitalbereich (sogenannte Kondylome) und solche, die für das menschliche Auge nicht erkennbar sind. Manchmal bleibt die Warzenentwicklung trotz Infektionen auch vollständig aus.

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Wie sehen Genitalwarzen aus?

Genitalwarzen sind Geschwülste, die an den äusseren Geschlechtsorganen (Schamhügel, Penis und Hoden), am Scheiden- oder Aftereingang, in der Harnröhre oder am Harnröhreneingang sowie am Gebärmutterhals auftreten können. Manchmal sind auch Leistengegend oder Oberschenkel betroffen. Sie können erhaben, flach klein oder gross sein und einzeln oder in Gruppen auftreten. Häufig sind viele auf der gleichen Stelle lokalisiert und bilden eine blumenkohlartige Formation.

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Wer bekommt HPV oder Warzen im Genitalbereich?

Eine HPV-Infektion wird durch Kontakt übertragen. Genitalwarzen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten und können altersunabhängig bei jedem sexuell aktivem Mann oder jeder sexuell aktiven Frau, bei jeder Rasse und jeder sozialen Schicht auftreten. Sowohl die homosexuelle, als auch die heterosexuelle Bevölkerung ist betroffen. Da manchmal eine lange Zeit vergeht, können auch Menschen mit HPV infiziert sein, die schon lange kein aktives Sexualleben mehr haben. Warzen können sich drei Wochen bis ein Jahr nach sexuellem Kontakt mit einer infizierten Person entwickeln oder auch völlig ausbleiben. Dadurch kann nicht genau festgestellt werden, wann oder wo man sich mit dem Virus infiziert hat. Dies erklärt auch, warum der Sexualpartner vielleicht nicht infiziert ist.
Selten kann eine werdende Mutter ihr Kind bei der Geburt anstecken.

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Wie bekommt man HPV oder Warzen im Genitalbereich?

HPV oder Genitalwarzen werden am häufigsten durch direkten Hautkontakt während des vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehrs mit einer bereits infizierten Person übertragen. Warzen an anderen Körperteilen, beispielsweise den Händen, werden durch andere HPV-Typen hervorgerufen, aber ebenfalls durch Kontakt übertragen.

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Wie weiss man dass man HPV oder Warzen im Genitalbereich hat?

In einigen Fällen ist dies schwierig. Manchmal werden die Warzen überhaupt nicht bemerkt, weil sie zu klein oder in der Vagina, am Gebärmutterhals oder im After "versteckt" sind. Darüber hinaus sind sie oft fleischfarbig und schmerzlos. Nur selten machen sich die Genitalwarzen durch Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen oder Blutungen bemerkbar.

Manchmal werden Warzen bei einer körperlichen Untersuchung von Männern oder bei der gynäkologischen Untersuchung von Frauen zufällig entdeckt. Bei Frauen ist ein auffälliger Gebärmutterhalsabstrich vielleicht das erste Warnsignal, dass HPV vorliegt, auch wenn ein Gebärmutterhalsabstrich kein definitiver HPV-Test ist.

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Wie werden Warzen im Genitalbereich diagnostiziert?

Manchmal sind Genitalwarzen nur sehr schwer zu entdecken. Ausserdem sind sie oft nur schwer von anderen Schwellungen, Knötchen oder "Bibeli" zu unterscheiden.

Zur Auffindung von Warzen oder anderem auffälligen Gewebe streicht der Arzt in manchen Fällen eine verdünnte Essigsäurelösung auf das Hautareal oder bedeckt dieses für einige Minuten mit einer essigsäuregetränkten Kompresse. Dadurch wird das infizierte Gebiet weiss und es lässt sich erkennen, welche Stellen mit HPV infiziert sind. Dies ist ein einfacher HPV-Test und wird in der Regel zur Diagnose einer HPV-Infektion angewandt.

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Wie werden Genitalwarzen behandelt?

Warzen können auf unterschiedliche Arten behandelt werden. Alle Behandlungsmöglichkeiten sind jedoch nur äusserlich möglich. Dabei überleben aber meist Viren in gesund erscheinenden Hautbezirken, die mit den meisten Methoden nicht "erfasst" werden. Ein Wiederauftreten der Warzen ist deshalb leider häufig, man nennt dies Rezidive. Je nach Behandlungsmethode treten diese häufiger oder seltener auf. Die Art der Behandlung ist abhängig von Ort, Grösse, Virustyp und Lokalisation der Warzen.

Einige Therapieformen erstrecken sich über einen langen Zeitraum, und der Behandlungserfolg wird in kleinen Schritten erzielt.

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Operative Behandlung:

- Die Kältetherapie (Gefrierbehandlung der Warzen) ist in vielen Fällen eine erfolgreiche Behandlungsform. Sie entfernt die Warzen, erfordert aber in der Regel mehrere Arztbesuche.

- Die Elektrokauterisation (Entfernung des Warzen mit einer kleinen Schlinge unter Anwendung von elektrisch erzeugter Hitze ) ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit, die von manchen Ärzten angewandt wird.

- Die Lasertherapie (Nutzung energiereichen intensiven Lichts zur Zerstörung der Warzen) ist ein modernes Verfahren, das vor allem bei komplizierten Fällen verwendet wird.

Bei den vorgenannten Verfahren muss das zu behandelnde Hautareal zuvor örtlich betäubt werden, ansonsten wäre die Behandlung zu schmerzhaft. Hierzu wird ein Betäubungsmittel entweder in Form einer Creme oder als Spritze verabreicht.
Chirurgische Verfahren können dazu führen, dass im behandelten Gebiet Narben entstehen.

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Medikamentöse Therapie:

Zur Behandlung mit Medikamenten gibt es Substanzen, die die körpereigene Immunabwehr stärken. Sie haben den Vorteil, dass sie die eigentliche Ursache der Warzenbildung, nämlich die Virusinfektion, bekämpfen. Ein Wiederauftreten der Warzen ist so seltener als mit den operativen Behandlungen.

- Bei äusseren Warzen kann die Patientin und der Patient eine Creme auf die betroffene Hautstelle auftragen. Durch Verstärkung der körpereigenen Immunabwehr werden die Virusinfektion und die Warzen bekämpft, ohne dass das Gewebe verletzt wird; eine Narbenbildung ist sehr selten.

- Weitere Medikamente wirken ähnlich wie chirurgische Verfahren. Sie zerstören die sichtbaren Warzen im Genitalbereich mit chemischen Mitteln.

- Podophyllotoxin und Podophyllin sind chemische Verbindungen, die auf die Warzenoberfläche aufgebracht werden können. Podophyllotoxin kann vom Patienten selbst angewendet werden, während Podophyllin stark ätzend ist und nur vom Arzt aufgetragen werden darf.

- Trichloressigsäure ist eine weitere chemische Verbindung, die ebenfalls vom Arzt auf die Warzenoberfläche aufgebracht werden muss. Manchmal sind mehrere Anwendungen notwendig.

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Ist die Behandlung schmerzhaft?

Es lässt sich nicht immer vorhersagen, wie schmerzhaft eine Behandlung sein wird, da nicht jeder Mensch gleich schmerzempfindlich ist. Manche Patienten verspüren überhaupt keinen Schmerz, während andere über erhebliche Schmerzen berichten. Darum werden einige Behandlungen unter örtlicher Betäubung durchgeführt. In manchen Fällen können auch nach der Behandlung für einige Tage Schmerzen auftreten.

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sterilität und Warzen im Genitalbereich?

Das Humane Papillomavirus (HPV) breitet sich höchstens bis zum Gebärmutterhals aus und befällt weder die Gebärmutter noch die Eierstöcke. Für die Frau besteht kein Sterilitätsrisiko.

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Wie kann ich eine Infektion mit HPV oder Warzen im Genitalbereich vermeiden?

HPV oder Genitalwarzen werden durch sexuellen Kontakt übertragen. Zur Vermeidung einer Ansteckung gelten also die gleichen Grundsätze wie für andere sexuell übertragbare Krankheiten. "Safer Sex"-Praktiken reduzieren das Übertragungsrisiko von Geschlechtskrankheiten, einschliesslich Warzen im Genitalbereich: Kondome bieten die grösste Sicherheit vor Ansteckung.
Bei Menschen mit vielen wechselnden Sexualpartnern ist das Risiko grösser, mit Geschlechtskrankheiten infiziert zu werden.
Spermientötende Schaumformulierungen, Cremes und Gels bieten keinen nachgewiesenen Schutz gegen HPV und Warzen im Genitalbereich, aber sie können gegenüber einigen anderen Geschlechtskrankheiten wirksam sein. Auf jeden Fall sollten sie höchstens zusammen mit einem Kondom und nie alleine angewendet werden.
Kondome, die richtig von Anfang bis Ende jedes Geschlechtsaktes angewendet werden, bieten Schutz. Kondome sind bei allen neuen Sexualpartnern oder bei Zufallsbekanntschaften zu empfehlen.

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Besteht Anlass zur Sorge wenn man HPV oder Warzen im Genitalbereich hat?

Nein. Die Erkrankung ist aus medizinischer Sicht gut behandelbar. Bedingt durch die Lokalisation der Krankheit sowie die enge Verknüpfung mit der Sexualität, bergen Genitalwarzen und HPV aber ein hohes Konfliktpotenzial für die Betroffenen.

Eine intakte Haut steht als Symbol für Attraktivität. Es ist deshalb verständlich, dass jede von aussen sichtbare Erkrankung für die Betroffenen zu einer ernst zu nehmenden psychischen Belastung werden kann. Betrifft die Krankheit zusätzlich die Genitalregion, nehmen Schamgefühle, Verunsicherung und Angst nur weiter zu. Da Genitalwarzen sexuell übertragen werden, kann eine Partnerschaft durch die Erkrankung belastet werden. Die Schuldfrage wirft viele Probleme auf. Obwohl der Partner nicht unbedingt Schuld an der Infektion tragen muss, kann das Vertrauen ernsthaft gestört werden.

Eine Entwicklung der Genitalwarzen zu Krebs ist nach vielen Jahren ohne Behandlung möglich. Die richtige Therapie und genügend Nachuntersuchungen verhindern jedoch diese Entwicklung mit grosser Sicherheit. Trotzdem birgt auch dieser Umstand für viele Patienten eine grosse psychische Belastung.

Suchen Sie bei Problemen oder Fragen das Gespräch mit Ihrem Arzt und vergessen Sie folgende Punkte nicht:
- HPV und Genitalwarzen können wirksam behandelt werden.

- Die Entstehung von Krebs kann durch regelmässige Kontrollen (Gebärmutterhalsabstrich) und die geeignete Behandlung verhindert werden.

- HPV und Genitalwarzen sind bei der sexuell aktiven Bevölkerung relativ häufig und stellen keine Ausnahmesituation dar.

- Die richtig Behandlung von HPV und Genitalwarzen hält die damit verbundenen Risiken sehr gering.

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Sollte mit dem Partner oder der Partnerin darüber gesprochen werden?

Wenn Warzen im Genitalbereich gefunden werden, sollte mit dem Partner oder mit der Partnerin darüber gesprochen werden. Es ist wichtig, dass beide darüber Bescheid wissen. Eine ärztliche Kontrolle ist angezeigt. Ausserdem sollte beim Sexualverkehr ein Kondom benutzt werden

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